BEATMUNGSSTATION WEANING
Strukturiertes Weaningkonzept

Dieses Weaningkonzept basiert auf den aktuellen Empfehlungen der Literatur und orientiert sich zunächst an den pathophysiologischen Ursachen der Abhängigkeit vom Beatmungsgerät. Nach Verbesserung behebbarer Ursachen wird bestimmt, ob definierteKriterien für einen Beginn des Weaning vorliegen.

Sofern diese erfüllt sind, werden Spontanatmungsversuche unternommen, je nach Grunderkrankung mit „feuchter Nase“ oder mit CPAP und/oder Druckunterstützung bzw. automatischer Tubuskompensation. Der Abbruch eines Spontanatmungsversuches erfolgt wiederum nach definierten Kriterien, gefolgt von erneutem Forschen nach behebbaren Ursachen.

Beim primär hyperkapnischen Atemversagen wird nicht-invasive Beatmung (NIV) als Teil der Weaningstrategie eingesetzt, um eine frühe Extubation zu ermöglichen. Bei Kontraindikationen gegen NIV oder Extubationsversagen wird eine frühe dilatative Punktionstracheotomie durchgeführt.

In unserem Weaningkonzept spielt die Koordination von spezialisierter Pflege, planmäßigen intermittierenden Spontanatmungs-Intervallen sowie frühzeitiger Mobilisation und Physiotherapie eine entscheidende Rolle.

Zudem finden frühzeitiges Ermöglichen des Sprechens, psychische Betreuung, Entwöhnung von der sedierenden Medikation und die Ernährung besondere Berücksichtigung.

Ergebnisse:

In einer retrospektiven Analyse konnten 67% der Intensivpatienten, die wegen schwieriger Entwöhnung in die Klinik Donaustauf verlegt wurden, von der invasiven Beatmung über Trachealtubus oder Tracheostoma befreit werden. Ein größerer Anteil hiervon (30% der Gesamtgruppe) benötigte jedoch weiterhin eine nächtliche mechanische Beatmung über Maske.

24 % der Patienten konnten nicht entwöhnt werden und wurden mit einer dauerhaften Beatmung über Tracheostoma nach Hause oder in eine geeignete Pflegeeinrichtung verlegt. 4% wurden in eine andere Klinik verlegt und 5 % verstarben in der Klinik Donaustauf.